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Rolly Brings |
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| "Logbuch 1" - 1999 (CD
87070) |
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"1848 "vun unge / von unten" - 1998 (CD 87058)  |
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"Logbuch 1"
Es beginnt mit dem ersten Kanzler, dem berühmtesten Rosenzüchter
vom Rhein und hört (vorerst) 1973 mit Allendes Tod auf. Die Geschichte
der BRD und der DDR seit 1949 - alles, was uns und die Welt bewegte
(oder gar nicht wahrgenommen wurde) - impressionistisch zu Wort gebracht
in Form von Aufzählungen, Schlagworten, erinnerten Streifzügen.
Listig-kodiert, dada-verwandt, wortwörtlich wortspielend und
entlarvend. Man muss in jedem Fall aufpassen, sich konzentrieren,
mitdenken und hingeben, gegebenfalls auch mal im Lexikon nachschlagen.
Sonst wird man wortgewaltig in die Knie gezwungen.
Das Angenehme ist, dass hier ein politischer Künstler am Werk
ist, ohne den Zeigefinger belehrend in die Höhe zu heben. Die
CD ist eher eine Bestandsaufnahme - Gedanken muss man sich selber
machen und Bewertungen selber vornehmen. Unange-nehm mag das dem einen
oder anderen insofern sein, als dass die CD eine gewisse intellektuelle
Herausforderung darstellt.
Musikalisch segelt "Logbuch 1" auf den Wellen des Rock,
groovig angelegt, abwechslungsreich mit inselartigen Zitaten aus der
Rockgeschichte und mit Anklängen an Chansons und Kabarett-Stückchen.
Manchmal wird es sogar richtig schräg und schrill.
Selbst wenn man nicht auf die Texte achtet, kommt keine Langeweile
auf. Die Musik schafft Stimmungen, die auch ohne Worte funktionieren.
Mit dem Ohr beim Text, wird schnell klar, wie und wo die Musik die
Worte trägt, verstärkt und unterstützt.
Eine unterhaltsame Auseinandersetzung mit der jüngsten Historie
auf hohem Niveau, kongenial von Günter Ulbrich durch 12 Objekte
begleitet. Hier wurde inhaltlich, sprachlich, musikalisch und gestalterisch
Sorgfalt an den Tag gelegt. |
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"1848 - vun unge/von unten" |
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Es gibt nicht viele musikalische Werke,
die sich ausführlich eines historischen Ereignisses oder eines
gesellschaftlichen Prozesses von unten - aus der Sicht der sog. 'kleinen'
Leute - annehmen. Legendär sind u. a. die "Proletenpassion" der
Schmetterlinge und die "Mumien" von Floh de Cologne. Mit "1848 - vun
unge" von Rolly Brings kommt die ausführliche musikalisch-inhaltliche
Darstellung der Ereignisse im Revolutionsjahr 1848 und ihrer Folgen
- nicht nur speziell für den Kölner Raum.
Wahrscheinlich hätte Karl Marx es sich nicht träumen lassen,
dass einer seiner Texte einmal Grundlage eines Songs werden würde.
- Im Lied von den "Wanderratten" kommt Heinrich Heine zu Wort. Den
Freiheitskämpfern Robert Blum und Friedrich Hecker wird in je
einem Lied ein Denkmal gesetzt. Selbst der Urgroßvater von Pete
Seeger, Ludwig Seeger, trägt einen Teil zum Titel "Rache" bei.
Und die Info für Kölner: auch in der Domstadt gab es wenigstens
eine Barrikade zu vermelden, die zwar keine große Bedeutung
hatte, aber immerhin zur Legendenbildung ausreichte. |
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