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Humba |
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Humba 2
Die 21 Beiträge dieser CD sind eine hinreissende Verquickung von Musizierfreude
und selbstverliebter Maskerade. Dabei kommt die wahre Identität der
Domstadt zum Vorschein: Köln ist nämlich nicht mehr bloss kölsch,
sondern auch arabisch, afrikanisch, spanisch und portugiesisch. Köln
ist Sevil-lana, Gipsy-Rap, Kegelclub-Walzer, Reggae-Krätzcher, Triphop-Ballade,
Hinterhofsamba, Jeisterzoochlied und irgendwie auch ein Stück China
am Rhein.
Wieder mit dabei: der Damenkegelclub Pudelbande mit dem "Rentnerlied",
der weit über die kölschen Stadtgrenzen hinaus bekannte Kölner Jürgen
Becker, die Schäl Sick Brass Bänd, Brell un Fuss, Chicken George &
Mätes B. Nicht zu vergessen vier der ehrwürdigen kölschen Roots-Musikanten
von den Bläck Föös, die gemeinsam mit peruanischen Musikern dem "Jeisterzoch"
ein wildes Stück widmen.
Neben den bewährten Kräften der ersten Runde ist neue Power hinzugestossen:
So unter anderen das Markus Reinhardt Ensemble mit einer ganz neuen
Sinti-Fusion, Köbes Underground (den Kölschen nicht nur wg. "Stunksitzung"
ein Begriff), Anno Pief mit einer kölsch-jamaikanischen Raggamuffin-Session,
B.A.N.T.U. aus Nigeria und Köln, die Hansapilz-Köppe mit ihrem "Nahausefahn"
und Alfons O., die sich jetzt Influktu nennen. Insgesamt 21 Titeln
drängeln sich auf 75 Minuten und knapp 60 Sekunden zusammen.
Humba 3
Mit dabei: der in Köln lebende renommierte indische Perkussionist
Ramesh Shotham (Rabih Abou Khalil), der sich mit der südindischen
Trommelsprache Konakol dem Begriff "Hum Ba" zuwendet, oder der ebenfalls
in Köln lebende und aus Guinea-Bissau stammende Carlos Robalo (Dunyabele),
der mit Frank Köllges den rheinisch-afrikanischen Karnevalswalzer
"Ein Ei" produzierte, kölscher Hinterhof-Samba von "Brill un Fuss"
sind auf dieser CD ebenso vertreten wie der "Kölner Asylbewerber-Chor".
Verblüffend dabei ist nicht nur die inhaltliche Schlüssigkeit dieser
musikalischen Experimente, sondern auch die Breite des Teilnehmerkreises,
die Begriffe wie "alternativ" oder "multikulturell" blaß erscheinen
läßt. Dabei gelingt es dem "HUMBA Efau", einen scheinbaren Widerspruch
mit spielerischer Leichtigkeit aufzulösen, nämlich verlorengegangene
Heimatwurzeln und zugewanderte Kultur zugleich zu fördern. Kultur,
und erst recht moderne Großstadtmusik, ist immer auch die Summe ihrer
Widersprüche.
Und je kreativer sie mit ihrer Vielfalt umgeht, desto eigenständiger
wird sie wahrgenommen.
... und immer Spaß dabei: Carlos Robalo, Jan Ü Krauthäuser, Francis
Gay. |
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