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Veljo Tormis
Die Musik von Veljo Tormis muss in einem viel weiteren Kontext als
im nur "lokal"-estnischen Rahmen betrachtet werden. Seine
Werke sind mit dem ganzen geistigen Erbe der finnisch-ugrischen
Menschen verbunden - also mit den Esten selbst und anderen ethnischen
Minderheiten wie den Kareliern, den Livländern, den Wepsen
und vielen mehr. Auch verwandte Kulturen wie die der Finnen und
der Ungarn bezieht Tormis in sein Werk mit ein. In vielerlei Hinsicht
sind seine Chorwerke viel näher an der Symphonik als an traditioneller
Chormusik. "Suggestive Sinfonien für Stimmen" ist
eine zutreffendere Bezeichnung.
Metsatöll
Metsatöll wurde in den späten 90er Jahren gegründet
und haben bisher drei Alben veröffentlicht. Vom anfänglichen
Heavy Metal hat sich die Band zum Ethno Metal entwickelt. Die Gitarrenriffs
werden nun durch Dudelsack und die 7saitige Kastenzither Kannel
ergänzt, was einen völlig neuen und außergewöhnlichen
Sound ergibt. Viele bezeichnen Metsatöll als das musikalische
"Rettungsseil des estnischen Nationalbewusstseins", was
nicht zuletzt an der außerordentlich guten Musik liegt, die
die 4 Künstler machen. Darüber hinaus sind Metsatöll-Musiker
kulturell sehr engagiert. Zum Beispiel mit Folklore-Gesangs-Workshops,
die Saiten- und Dudelsackspieler Lauri Ounapuu seit Jahren ehrenamtlich
organisiert und so die estnischen Gesangstraditionen zwischen den
Generationen bewahrt.
Neben dem Rock-Instrumentarium kommen bei Metsatöll viele traditionelle
Instrumente zum Einsatz: Die 7saitige Kannel (verwandt mit der finnischen
Kantele) ist eines der ältesten traditionellen estnischen Instrumente
und mit den Bordun-Saiten eher im Süden und Südosten Estlands
beheimatet. Dies Instrument wie auch die 11saitige Kannel, wurde
2002 von Lauri Ounapuu selbst gebaut. Die Volks-Kannel ist allgemein
aus dem späten 19. und dem frühen 20. Jahrhundert bekannt.
Das Instrument wurde von einem unbekannten Instrumentenbauer aus
Voru, einer Stadt im Südosten Estlands, im frühen 20.
Jahrhundert gebaut.
Torupill ist das estnische Wort für Dudelsack. Der Torupill
ist ein Folklore-Instrument, das in Estland schon seit Jahrhunderten
bekannt ist. Er wäre beinah in Vergessenheit geraten, als im
19. Jahrhundert das Akkordeon erfunden wurde und den Torupill als
Hauptinstrument in der estnischen Volksmusik ablöste. Dennoch
ist der Torupill heutzutage hoch angesehen und aus der traditionellen
estnischen Volksmusik nicht mehr wegzudenken. Das Instrument wurde
von dem bekanntesten estischen Torupill-Bauer Ants Taul angefertigt.
Der Nationale Männerchor Estlands
Der Nationalmännerchor Estland (Eesti Rahvusmeeskoor - RAM) ist
derzeit der einzige professionelle "Vollzeit-Berufs-Männerchor"
der Welt. 1944 wurde der er durch die Chorlegende Gustav Ernesaks
bekannt. Das weite Repertoire umfasst u. a. Schostakowitschs Sinfonie
Nr. 13 "Babi Jar" (vorgetragen u. a. mit den Sinfonieorchestern
von Detroit, Tampere und Jerusalem, sowie den Los Angeles Philharmonic),
Sibelius' "Kullervo"-Sinfonie (mit dem Stockholm Royal Symphony
Orchestra, Minnesota Symphony Orchestra, Tampere Symphony Orchestra,
Toulouse National Symphony Orchestra, Hamburg City Orchestra und den
Los Angeles Philharmonic), Cherubinis "Requiem" und Stravinskys
"Ödipus Rex".
2003 wurde die CD "Sibelius Cantatas" (erschienen auf Virgin
Classics) unter der Leitung von Ehrendirigent Ants Soots zusammen
mit dem Ellerhein Mädchenchor und dem Estnischen Nationalen Symphonieorchester
unter der Leitung von Paavo Järvi aufgenommen, die ein Jahr später
in der Kategorie "Best Choral Performance" mit einem Grammy
ausgezeichnet wurde.
Metsatöll:
Markus Teeäär - Gesang, Gitarre
Lauri Ounapuu - Gitarre, Gesang, estnischer Dudelsack, Kannel, Pfeife
Raivio Piirsalu - Bass, Gesang
Marko Atso - Schlagzeug, Gesang
Gastmusiker: Vambola Krigul - Percussions
Der Nationale Männerchor Estlands
unter der Leitung von Mihhail Gerts
aufgenommen auf dem Maailmaküla (Global Village) Festival/Estland
am 16. Juni 2006
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