Das war echt Kult:
Mit ihrer genialen Mischung aus Rock-Konzert, herausfordernder Provokation,
Musik-Kabarett und einer gehörigen Portion Clownerie sorgten
Schroeder Roadshow für ausverkaufte Konzerte in Schul-/Uni-Aulen
und in autonomen Jugendzentren. Sie gaben dem Protest der Jugend gegen
die gutbürgerliche Gesellschaft einen Namen und eine Bühne.
Die Musik, die Texte, die Cover und Konzertposter des Karikaturisten
K. H. Schrörs, die Bühnenshow - das alles kam in der Szene
damals an.
Der Undergrounddichter Uli Hundt gründete zusammen mit Bassist
Rich Schwab, Gitarrist Gerd Beracz, Saxofonist Jesus Canneloni und
Schlagzeuger Richard Herten die Band, benannt nach dem Pianisten aus
der Comicserie "Die Peanuts". Nach dem Besuch einer Show
des Clowns Jango Edwards und dessen Friends Roadshow in einem Kölner
Programmkino stand das weitere Konzept fest: anarchischer Humor, deftige
Show und Respekt vor nichts und niemandem. Die Schroeder Roadshow
war geboren.
Der Durchbruch kam mit ihrem zweiten Album "Anarchie in Germoney"
Ende 1978. Zur Tour fiel Mastermind Uli Hundt wegen einer Nierenerkrankung
aus und mit dem 22jährigen Altenpfleger Gerd Köster (manchen
besser bekannt als einer der Köpfe von "The Piano Has Been
Drinking") wurde damals der perfekte Frontmann für die Band
gefunden. In den 1980er Jahren folgten fast 800 Auftritte auf Tourneen,
Rock-Gegen-Rechts, der Friedensbewegung und beim ANTI-WAA in Wackersdorf
vor 100.000 Leuten.
1984 verließen Uli Hundt und Rich Schwab die Band. Der damalige
Schlusspunkt war der Auftritt beim legendären Werner-Rennen des
Comic-Zeichners Brösel (Rötger Feldmann) vor 200.000 Menschen.
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