Triakel

Triakels Musik ist sehr reduziert, ist fast Under-statement, sehr einfach und transparent und mit den sparsamen Arrangements von Geige und Harmonium vollkommen auf Emma Härdelins Stimme zugeschnitten. Die Texte der Lieder sind dabei herrlich unzensiert gewalttätig, phasenweise geradezu mörderisch, und dann wieder pure Liebeslieder. Kein Wunder, dass das Foto auf ihrem ersten Album die drei Musiker an einem Wintertag im Schnee zeigt: Die "sonnige Kälte" zieht sich stimmungsmäßig durch das ganze Album, das Leben ist erstarrt, aber die Stimmung keineswegs leblos.

Es geht dabei voll ins Menschenleben, Mord, Teufel, Himmel, Gott, Verrat und Schönheit und Bestien sind die bevorzugten Themen. (...) dazu die wunderschöne Stimme von Frau Härdelin, die ihre blutrünstigen Lieder nun doch nicht so ganz ernstzunehmen scheint; wir können gewissermaßen die ganze Zeit ihr schelmisches Lächeln aus ihrem Gesang heraushören." (Gabriele Haefs in FOLKER!)

Das Harmonium bildet mit der Violine den reizvollen instrumentalen Hintergrund der Lieder des Nordens ... Die Schlichtheit der Melodien und deren harmonischer Unterlegung, nahezu spartanisch und fern jeglichen virtuosen Gehabes, lässt die phantastischen Balladen wie ganz von alleine intensive Ausdruckstiefe atmen. (...) eine natürliche Einheit des Klangbildes, wie man es bei Folklore-Besetzungen aller Coleur nur selten findet. Schier unendliche Melancholie breitet sich aus ... Für alle, die sich in nordisches Liedgut einfühlen und -denken möchten, sind Triakel ein Muss und Genuss zugleich." (Fuldaer Zeitung)

Die Platte lässt im Hörer, eine wunderbar ruhige Weihnachts- und Winterstimmung aufkommen, eine Stimmung die nicht unbedingt nach Gänsebraten und Zuckerkuchen riecht, sondern nach tiefem Schnee und klirrendem Frost. Das Cover ist schlicht. Weiß, mit einem verschneiten Fluss. Sämtliche schwedischen Texte sind übersetzt, was dem dem deutschen Label Westpark hoch anzurechnen ist, da ihm eine sehr feinfühlige Übersetzung gelungen ist. Und wenn, während die Musik im Zimmer läuft, draußen in den Bäumen die Vögel kopfschüttelnd ihre Nester zusammenkleben, dann sei sich der Hörer von "Vintervisor" gewiss: der nächste Winter kommt bestimmt und mit etwas Glück wird dir ordentlich kalt. (Karsten Rube in www.folkworld.de)